Münster - Wer den Bachelor-Abschluss in der Tasche hat, kann nicht automatisch in den Master-Studiengang wechseln, sondern muss ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Während der AStA der Universität Potsdam die neuen Barrieren mit einem bundesweiten Musterprozess zu Fall bringen will, bleiben die Verantwortlichen an der Uni Münster gelassen. „Wir haben alle Zulassungsordnungen rechtlich prüfen lassen, die sind verwaltungsgerichtsfest“, unterstreicht Dr. Marianne Ravenstein, Prorektorin für studentische Angelegenheiten.
Nach ihrer Einschätzung sind die münsterischen Regelungen „nachvollziehbar und transparent“. Vor allem verweist sie darauf, dass hier - anders als in Potsdam - nicht allein die Note darüber entscheide, wer nach dem Bachelor weiter studieren darf.
Die Studenten in Brandenburg argumentieren, dass eine Notengrenze, die allein dazu diene, gute von schlechten Bewerbern zu trennen, unzulässig ist. Sie beziehen sich dabei auf das Numerus-Clausus-Urteil aus dem Jahr 1972, bei dem das Bundesverfassungsgericht entschied, dass Zulassungsbeschränkungen nur dann zulässig sind, wenn die Hochschulen ihre Kapazitäten voll ausschöpfen. Genau dies geschieht in Münster, betont Ravenstein. Allerdings werde darauf geachtet, dass die Kapazitäten von den besten Studierenden ausgefüllt werden.
Alle Masterstudiengänge in Münster haben eine eigene, zweistufige Zugangs- und Zulassungsordnung. In Stufe 1 wird die „grundsätzliche Eignung“ des Studierenden überprüft, in Stufe 2 ein Auswahlverfahren durchgeführt. Für Noten und zusätzliche Qualifikationen erhalten die Studenten Punkte, eine Rangliste wird erstellt. Unter Berücksichtigung eines „Motivationsschreibens“, einer schriftliche Bewerbung also, werden die Besten ausgewählt, wobei es in einigen Fächern auch noch Vorstellungsgespräche gibt.
„Natürlich müssen die Master-Studiengänge zulassungsbeschränkt sein“, betont Ravenstein. „Schließlich sind die Kapazitäten begrenzt.“ Erkenntnisse, wie viele den Sprung nicht schaffen, gebe es derzeit noch nicht. Die Zahl der Master-Bewerber werde allerdings in den nächsten Jahren zunehmen - und damit wohl auch die Zahl jener Bachelor-Absolventen, die nicht weiterkommen werden.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung vom 03.03.2009
